Zurück in Schweden – Zwischen Miniaturwelten und wilden Wäldern

Nach der Fährfahrt von Finnland bin ich wieder in Schweden. Ein Besuch im Miniature Kingdom steht schon lange auf meiner Wunschliste. Anschließend geht es weiter durch herbstliche Landschaften, zu einer alten Klosterruine und in zwei Nationalparks. Doch nach mehr als acht Wochen unterwegs merke ich langsam, dass die Energie etwas nachlässt. Zeit, die Reise wieder etwas ruhiger anzugehen.
Parkplatz in der Nähe des Hafens

Zurück in Schweden – Und plötzlich wird es früher dunkel

Nach der Überfahrt von Finnland nach Schweden habe ich keine große Lust mehr, noch eine längere Strecke zu fahren.

Also steuere ich einen kostenpflichtigen Parkplatz an, der nur wenige Kilometer vom Fährhafen entfernt liegt.

Mit der Fährfahrt habe ich auch wieder die Zeitzone gewechselt. Für ein paar Stunden bin ich zurück in der mitteleuropäischen Sommerzeit.

Doch in der Nacht werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.

Damit wird es am nächsten Abend nach der Uhr gleich zwei Stunden früher dunkel als zuletzt in Finnland.

Auch wenn ich unterwegs versuche, mich nicht allzu sehr nach der Uhrzeit zu richten, ist das eine ziemlich heftige Umstellung.

Gestern war es um 18 Uhr noch einigermaßen hell, jetzt wird es bereits gegen 16 Uhr dunkel.

Immerhin wartet am nächsten Tag ein Ziel auf mich, auf das ich mich schon lange freue.
Miniature Kingdom

Miniature Kingdom – Schweden im Kleinformat

Das Miniature Kingdom in Kungsör steht schon seit Jahren auf meiner Wunschliste.

Da die Anlage außerhalb der Urlaubssaison nur von Freitag bis Sonntag geöffnet hat, hat sich ein Besuch bei meinen bisherigen Schwedenreisen nie ergeben.

Diesmal passt es endlich.

Nicht nur zeitlich, sondern auch geografisch liegt Kungsör ziemlich genau auf meiner geplanten Route, die mich langsam wieder Richtung Heimat führen soll.
Miniature Kingdom
Aber was ist das Miniature Kingdom eigentlich?

Es handelt sich um eine Modellbahnschauanlage, die verschiedene schwedische Landschaften, bekannte Orte und typische Szenen aus dem Land im Kleinformat zeigt.

Was mich an solchen Anlagen besonders interessiert, ist nicht nur die Liebe zum Detail.

Ich finde es auch spannend zu sehen, wie die Erbauer ihr eigenes Land darstellen.

Für mich ist Schweden vor allem ein Land der Weite, der Wälder, Seen und der Ruhe.

Die Erbauer des Miniature Kingdom haben sich dagegen überwiegend für städtische Szenen entschieden.

Das ist zunächst etwas anders, als ich es erwartet hatte.

Aber die Umsetzung ist sehr stimmig. Besonders die vielen Details und die teilweise eigens angefertigten Gebäude machen die Anlage sehenswert.

Mit rund 200 Quadratmetern ist sie im Vergleich zu manchen großen Schauanlagen in Deutschland eher überschaubar.

Trotzdem verbringe ich hier etwa zwei Stunden und entdecke immer wieder neue Kleinigkeiten.

Ein Besuch, den ich durchaus empfehlen kann.
Miniature Kingdom

Ein kurzer Fahrtag und viel Regen

Als ich zum Camper zurückkehre, macht sich die Zeitumstellung bereits bemerkbar.

Es beginnt schon wieder dunkel zu werden.

Also verzichte ich auf eine längere Weiterfahrt und steuere den örtlichen Wohnmobilstellplatz am Gästehafen an.

Dieser liegt nur wenige Hundert Meter entfernt.

Am nächsten Morgen geht es wieder weiter, zunächst Richtung Westen.

Allerdings ist es ein ziemlich verregneter Tag. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es überhaupt nicht richtig hell werden will.

Also nutze ich den Tag, um meine Vorräte aufzufüllen und mich ein wenig auszuruhen.

Mein nächstes Ziel ist der Garphyttan-Nationalpark.

Wegen des anhaltenden Regens verschiebe ich den Besuch allerdings auf den nächsten Tag.

Für die Nacht finde ich einen abgelegenen Badeplatz unweit des Nationalparks.

Da es weiterhin vor sich hinregnet, passiert an diesem Tag nicht mehr besonders viel.
Garphyttan-Nationalpark

Garphyttan-Nationalpark – Ein Spaziergang zwischen Wald und Wiesen

Der nächste Morgen beginnt genauso, wie der vorherige Tag geendet hat.

Es regnet.

Erst gegen Mittag lässt der Regen langsam nach.

Trotzdem fahre ich schon einmal zum Nationalpark.

Während sich das Wetter allmählich bessert, mache ich es mir im Camper gemütlich und nutze die Zeit, um ein wenig zu arbeiten.

Als der Regen schließlich aufhört, wird es Zeit, sich die Beine zu vertreten.

So ganz traue ich dem Wetter allerdings noch nicht.

Deshalb entscheide ich mich für eine kurze Runde durch den Nationalpark.

Der Weg führt durch Wälder und über Wiesen. Große Schwierigkeiten gibt es dabei nicht zu überwinden.

Es ist eine schöne, entspannte Wanderung, auch wenn die Landschaft nicht unbedingt spektakulär ist.

Aber nach den vielen Fahrtagen tut es gut, einfach mal wieder eine Weile zu Fuß unterwegs zu sein.
First Camp Ånnaboda - Örebro

Nach acht Wochen darf auch mal die Luft raus sein

Als ich zum Camper zurückkehre, nähert sich schon wieder die Dunkelheit.

Also beschließe ich, für die kommende Nacht einen Campingplatz anzusteuern.

Den langen Abend möchte ich nutzen, um endlich wieder meine Wäsche zu waschen.

Insgesamt merke ich inzwischen, dass bei mir langsam ein wenig die Luft raus ist.

Nach mehr als acht Wochen unterwegs darf das aber auch mal sein.

In den vergangenen Wochen habe ich unglaublich viel gesehen und erlebt. Oft war ich von morgens bis abends unterwegs, habe neue Orte entdeckt, fotografiert und gefilmt.

Jetzt tut es gut, zwischendurch auch einmal einen Gang zurückzuschalten.

Und mit frisch gewaschener Wäsche und einer ausgiebigen Dusche sieht die Welt am nächsten Morgen ohnehin schon wieder etwas anders aus.
Klosterruine Riseberga

Ein Zwischenstopp an der Klosterruine Riseberga

Frisch geduscht und mit sauberer Wäsche geht es am nächsten Morgen weiter.

Wieder einmal steht ein Nationalpark auf meiner Liste.

Diesmal ist es der Tiveden-Nationalpark.

Ob ich ihn noch am selben Tag besuche oder erst am nächsten Morgen, lasse ich zunächst offen.

Auf dem Weg dorthin liegt die Klosterruine Riseberga.

Hier lege ich meinen ersten Zwischenstopp des Tages ein.

Viel ist von dem ehemaligen Kloster nicht mehr übrig geblieben.

Nachdem die Anlage 1546 durch einen Blitzschlag in Brand geraten war, wurde sie weitgehend zerstört.

Heute erinnern nur noch einige Mauerreste an das einstige Kloster.

Trotzdem ist es ein netter kleiner Zwischenstopp, bevor ich meine Fahrt Richtung Tiveden fortsetze.
Übernachtungsplatz am See

Tiveden – Ein Übernachtungsplatz am See

Den Tiveden-Nationalpark erreiche ich knapp eine Stunde vor Sonnenuntergang.

Am Haupteingang informiere ich mich zunächst über den Nationalpark und die verschiedenen Wandermöglichkeiten.

Schnell wird klar, dass es hier einiges zu entdecken gibt.

Allerdings reicht die verbleibende Zeit nicht mehr für eine Wanderung.

Also beschließe ich, den Nationalpark erst am nächsten Morgen zu erkunden und das letzte Tageslicht lieber für die Suche nach einem Übernachtungsplatz zu nutzen.

Im Nationalpark gilt zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens ein Nachtparkverbot.

Für die Übernachtung muss ich ihn also verlassen.

Zum Glück gibt es in der näheren Umgebung einige kleine Parkplätze, auf denen man eine Nacht mit dem Camper stehen darf.

Für große Wohnmobile sind diese Plätze sicherlich nicht unbedingt geeignet.

Aber mit meinem kleinen Camper finde ich einen wunderschönen Platz direkt an einem See.

Und das Beste: Ich habe ihn ganz für mich allein.

Auf der nahe gelegenen Straße ist nachts praktisch kein Verkehr.

So wird es eine herrlich ruhige und entspannte Nacht.
Tiveden-Nationalpark

Tiveden-Nationalpark – Zwischen Felsen, Moosen und alten Wäldern

Nach einem kurzen Frühstück geht es zurück zum Haupteingang des Nationalparks.

Von hier aus starte ich zu einer der kürzeren Rundwanderungen.

Auch wenn die Strecke nicht besonders lang ist, hat der Weg durchaus seine Herausforderungen.

Zunächst geht es über und zwischen großen Felsen ein Stück bergauf.

Hier und da muss ich ein wenig klettern oder mir zumindest genau überlegen, wohin ich den nächsten Schritt setze.

Alles in allem ist der Weg aber gut machbar.

Trotzdem bin ich froh, dass ich heute keinen Zeitdruck habe.

Die Landschaft ist wirklich beeindruckend.

Große Felsblöcke liegen zwischen den Bäumen. Dazwischen wachsen Moose, die den Waldboden und teilweise auch die Felsen mit einem intensiven Grün überziehen.

Wenn sich die Sonne zwischendurch einen Weg durch die Wolken bahnt, kommen die Farben besonders schön zur Geltung.

Nach den vielen eher flachen Waldlandschaften der vergangenen Tage ist das eine willkommene Abwechslung.
Tiveden-Nationalpark

Ein sonniger Platz am See

Während mich die erste Hälfte der Wanderung überwiegend durch Wälder und über Felsen geführt hat, wird der Rückweg deutlich entspannter.

Nun geht es ein Stück entlang eines Sees.

An einer windgeschützten Stelle, die gleichzeitig schön in der Sonne liegt, lasse ich mich für eine Weile nieder.

Einfach nur dasitzen, die Sonne genießen und auf den See schauen.

Nach den regnerischen und kühlen Tagen zuvor sind die Temperaturen heute richtig angenehm.

Also habe ich es auch überhaupt nicht eilig, weiterzugehen.

Zwar führt der Rückweg ebenfalls über einige Felsen, diese lassen sich aber wesentlich leichter überwinden als die auf dem Hinweg.

Eigentlich ist das genau die Art von Wanderung, die ich mag.

Zuerst ein etwas spannenderer und anspruchsvollerer Abschnitt, anschließend ein einigermaßen entspannter Rückweg.

Eine wirklich schöne Runde, für die ich mir gerne etwas mehr Zeit genommen habe.
Am See im Tiveden-Nationalpark

Und wie geht es jetzt weiter?

Zurück am Camper stellt sich wieder einmal die Frage, die mich auf dieser Reise schon so oft begleitet hat:

Wie geht es jetzt weiter?

Ein wirklich festes Ziel habe ich im Moment nicht mehr.

Natürlich könnte ich jetzt einfach die schnellste Strecke Richtung Heimat nehmen.

Aber nur Kilometer machen, um möglichst schnell nach Hause zu kommen, möchte ich eigentlich auch nicht.

Schließlich bin ich noch unterwegs.

Und ein paar Tage Zeit habe ich ebenfalls noch.

Wofür ich mich schließlich entscheide, erzähle ich im nächsten Artikel.
Veröffentlicht: 03.11.2026
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