Mit dem Minicamper über die Schwäbische Alb – Meine erste Campingtour 2019

Ende Mai 2019 wird mein kleiner Minicamper endlich wieder zum Camper. Drei Tage lang geht es spontan über die Schwäbische Alb – durchs Lautertal, zum ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen, nach Bad Urach und entlang des Albtraufs. Ohne festen Reiseplan, dafür mit kleinen Wanderungen, ruhigen Übernachtungsplätzen und einigen spontanen Entdeckungen.

Die erste Übernachtungstour des Jahres

Ende Mai 2019 befindet sich mein kleiner Minicamper noch immer im Transportermodus. Der Campingausbau ist eingemottet. Doch das soll sich an diesem verlängerten Wochenende ändern. Es geht auf meine erste Campingtour des Jahres – mein Ziel ist die Schwäbische Alb.

Nicht einmal eine halbe Stunde dauert es, bis Bett und Schränkchen wieder eingebaut sind. Auch die Campingausrüstung ist schnell hervorgeholt. Bevor alles wieder ins Auto wandert, wird allerdings erst einmal kräftig aussortiert.

Alles, was ich im vergangenen Jahr mitgeschleppt und nie benutzt habe, bleibt diesmal zu Hause. So schafft es unter anderem mein Holzkocher in diesem Jahr nicht mehr in den Camper.
Donau

Spontan auf die Schwäbische Alb

Dann kann es endlich losgehen. Drei Tage lang soll es über die Schwäbische Alb gehen. Wohin genau, wird wie so oft spontan entschieden. Einen festen Reiseplan gibt es nicht.

Auf den ersten Kilometern in Richtung Alb beschließe ich, meine Tour an der Donau zu beginnen und von dort der Großen Lauter hinauf auf die Schwäbische Alb zu folgen.
Kleines Krafwerk unweit der Lautermündung

Von der Lautermündung ins Lautertal

Meine erste Station ist die Mündung der Großen Lauter in die Donau. Hier endet nach rund 42 Kilometern der Weg des kleinen Flusses.

Auf einer kurzen Wanderung folge ich der Lauter auf ihren letzten Metern. Dabei gibt es nicht nur den Fluss selbst zu entdecken, sondern auch die markanten Felsen am Rand des Tals.

Burgruinem Lautertal
Nach etwas mehr als zwei Stunden bin ich zurück an meinem Minicamper. Von nun an folge ich der Lauter flussaufwärts durch das Lautertal und lege unterwegs immer wieder kurze Stopps ein, um die Umgebung zu genießen.

Einen möglichen Platz für die Nacht habe ich ebenfalls schon entdeckt. Ein kleiner Wanderparkplatz im Lautertal soll es werden. Noch ist dieser allerdings gut gefüllt. Da ich davon ausgehe, dass sich der Parkplatz gegen Abend leeren wird, fahre ich zunächst weiter nach Münsingen.

Mein kleiner Minicamper verlangt nach Treibstoff.
Kirche des ehemaligen Dorfes Gruorn

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen

In Münsingen nutze ich die Gelegenheit für einen Abstecher auf den ehemaligen Truppenübungsplatz.

Es ist bereits später am Tag, als ich mich zu Fuß auf den Weg in Richtung Gruorn mache. Das ehemalige Dorf musste einst dem Truppenübungsplatz weichen. Heute erinnern vor allem die Kirche und das alte Schulhaus an den Ort.

Zu dieser Tageszeit bin ich hier fast alleine unterwegs. Genau die richtige Gelegenheit, ein wenig die Ruhe zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.
Minicamper

Die erste Nacht im Minicamper

Mit der untergehenden Sonne erreiche ich wieder meinen Minicamper und fahre zurück ins nahe gelegene Lautertal.

Meine Vermutung hat sich bestätigt: Der Wanderparkplatz ist inzwischen vollkommen leer. Also mache ich es mir in meinem Kleinen gemütlich und verbringe hier die erste Nacht des Jahres im Auto.

Obwohl mein ausgesuchter Platz nur wenige Meter neben der Hauptstraße liegt, wird es eine ausgesprochen ruhige Nacht. Das Lautertal scheint vor allem ein Ziel für Tagesausflügler zu sein, die die Gegend am Abend recht schnell wieder verlassen.
Blick vom Freibad auf die Burg Hohenurach

Morgendusche mit Blick auf Hohenurach

Nach einer erholsamen Nacht und einem kleinen Rundgang am nächsten Morgen wird es Zeit für eine Dusche.

Eigentlich bietet sich dafür das Freibad in Münsingen an. Doch das wird gerade umgebaut und ist noch geschlossen. Also geht es kurzerhand ins Höhenfreibad im nur wenige Kilometer entfernten Bad Urach.

Neben einer Dusche ergibt sich hier auch gleich die Gelegenheit, meine ersten Bahnen des Jahres im Freibad zu ziehen – und das mit Blick auf die Burgruine Hohenurach.

Es gibt schlechtere Möglichkeiten, einen Tag zu beginnen.
Tolle Aussicht bei Sirchingen

Eine spontane Wanderung bei Sirchingen

Da ich nun ohnehin in Bad Urach bin, kehre ich anschließend nicht ins Lautertal zurück. Stattdessen zieht eine Felsformation oberhalb des Tals bei Sirchingen meine Aufmerksamkeit auf sich.

Nachdem ich mich auf einem Wanderparkplatz etwas gestärkt habe, mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Eine kleine Wanderung führt mich direkt hinauf zu den Felsen.

Dort wartet eine Bank, die geradezu dazu einlädt, eine Weile sitzen zu bleiben. Also genieße ich die Aussicht auf Bad Urach und das Seeburger Tal und lasse mir etwas Zeit.
Uracher Wasserfall von Oben

Zum Uracher Wasserfall

Anschließend geht es mit dem Auto weiter am Albtrauf entlang, bis ich mich schließlich auf einem Wanderparkplatz oberhalb des Uracher Wasserfalls wiederfinde.

Wenn ich schon einmal hier bin, kann ich schließlich auch zum Wasserfall hinunterwandern.

Also geht es wieder zu Fuß weiter. Der Wanderweg führt mich zunächst zur Quelle, die den Uracher Wasserfall speist, und anschließend zum oberen Ende des Wasserfalls.

Der Imbiss kommt gerade recht. Eine Bratwurst und ein Getränk sind jetzt genau das Richtige, bevor es vollständig hinunter ins Tal geht, um den Wasserfall auch noch von unten zu betrachten.
Uracher Wasserfall
Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken: Wenn man oben auf der Schwäbischen Alb parkt und zum Wasserfall hinunterläuft, muss man anschließend natürlich auch wieder hinauf.

Aber auch das ist zu schaffen. Und praktischerweise wartet oben bereits mein Bett auf mich.

Zurück am Auto beschließe ich, es für heute gut sein zu lassen und kurzerhand auf dem Parkplatz zu übernachten.

Eine ruhige Nacht am Albtrauf

Aufgrund einer Baustelle endet die Straße an diesem Wochenende direkt an meinem Parkplatz. Dadurch wird auch diese Nacht wieder angenehm ruhig und erholsam.

Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg an den nur wenige Meter entfernten Albtrauf. Noch einmal genieße ich die Aussicht hinunter ins Tal, bevor es wieder nach Bad Urach geht.
Dort führt mich mein erster Gang erneut ins Höhenfreibad. Während ich das sonnige Wetter und die Aussicht genieße, überlege ich, was ich mit dem restlichen Tag anfangen könnte.
Aussichtspunkt an der Eninger Weide

Aussichtspunkte entlang des Albtraufs

Schließlich beschließe ich, einfach noch ein wenig dem Albtrauf zu folgen.

Aufgrund der recht hohen Temperaturen beschränke ich mich an diesem Tag auf einige kürzere Spaziergänge. Trotzdem finde ich unterwegs immer wieder schöne Aussichtspunkte und nehme mir die Zeit, die Landschaft zu genießen.
Grillstelle auf Ruine Greifenstein

Ein letzter Abstecher zur Ruine Greifenstein

Einige Kilometer weiter starte ich von einem Wanderparkplatz aus zu meiner letzten kleinen Wanderung dieser Tour. Das Ziel ist die Ruine Greifenstein.

Von der bereits 1311 zerstörten Burg sind heute nur noch wenige Grundmauern erhalten. Trotzdem lohnt sich der kurze Abstecher – allein schon wegen der Aussicht.

Fazit: Drei spontane Tage auf der Schwäbischen Alb

Mit dem Besuch der Ruine Greifenstein endet meine erste Campingtour 2019.

Der erste Probelauf des Jahres mit meinem Minicamper ist damit erfolgreich absolviert. Drei Tage lang war ich ohne großen Plan auf der Schwäbischen Alb unterwegs, habe spontan entschieden, wo es als Nächstes hingeht, kleine Wanderungen unternommen und zwei erstaunlich ruhige Nächte im Camper verbracht.

Eigentlich genau die Art zu reisen, die mir am besten gefällt.

Nur eines war die Tour am Ende dann doch: viel zu kurz.
Veröffentlicht: 13.06.2019
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