Mit der Fähre von Dänemark nach Norwegen und dann spontan ins Fjell: Statt Richtung Schweden führt mich das Wetter auf die spektakuläre Landschaftsroute Rondane. Zwischen Hochebenen, einsamen Wanderungen und grandiosen Ausblicken erlebe ich Norwegen im Herbst – perfekt für eine Reise mit dem Camper.
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Colorline bringt mich von Dänemark nach Norwegen
Von Dänemark nach Norwegen
Nach drei Tagen in Dänemark zieht es mich weiter Richtung Norden. Von Hirtshals aus geht es mit der Fähre ins norwegische Larvik. Die gut dreieinhalbstündige Überfahrt vertreibe ich mir mit dem überraschend guten Buffet an Bord.
Historisches Gebäude am Silberbergwerk Kongsberg
Gut gestärkt erreiche ich am späten Nachmittag Larvik. Doch wie geht es von hier aus weiter? Da ich noch keinen konkreten Plan habe, beschließe ich, zunächst einen mir inzwischen gut bekannten Ort anzusteuern. Am ehemaligen Silberbergwerk in Kongsberg gibt es einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Von Larvik aus geht es also gut eine Stunde ins Landesinnere.
Angekommen, vertrete ich mir erst einmal die Beine. Das alte Silberbergwerk ist heute ein Museum, das außerhalb der Saison allerdings nur am Wochenende geöffnet hat. Zumindest lassen sich die wunderschönen historischen Gebäude auch außerhalb der Öffnungszeiten von außen bewundern.
Als es langsam dunkel wird, ziehe ich mich in den Camper zurück. Zeit, zu überlegen, wie es am nächsten Morgen weitergehen soll.
Entlang der Vildmarksvägen 2021
Schweden oder Norwegen?
Eigentlich steht die Vildmarksvägen an der norwegisch-schwedischen Grenze schon lange auf meiner Liste. Einen Teil dieser bekannten Touristenroute bin ich bereits 2021 gefahren. Die Idee, nun den Rest der Strecke zu erkunden, gefällt mir sehr. Der Wetterbericht für die Region allerdings überhaupt nicht: Für die kommenden Tage sind dort anhaltender Regen und sogar Schnee vorhergesagt.
Fjell Rondane Landschaftsroute
In Norwegen hingegen sieht es deutlich besser aus – Sonne und nahezu wolkenloser Himmel.
Wenn man schon einmal solche Wetteraussichten in Norwegen hat, sollte man sie nutzen.
Ein neues Ziel muss also her. Eine der wenigen Landschaftsrouten, die ich bisher noch nicht gefahren bin, ist die Landschaftsroute Rondane. Sie liegt nördlich von Oslo und ist nicht allzu weit von meinem aktuellen Standort entfernt. Die Entscheidung fällt schnell.
Landschaft im Rondane-Fjell
Auf dem Weg ins Fjell
Am nächsten Morgen geht es über kleine Nebenstraßen durch eine wunderschöne Landschaft in Richtung Rondane. Ich habe es nicht eilig und lege auf dem Weg dorthin nochmals eine Übernachtung auf einem Wanderparkplatz ein. Am Beginn der Landschaftsroute bei Muen geht es bergauf und ich erreiche schnell die Baumgrenze. Vor mir breitet sich eine gigantische Hochebene aus. Solche Hochebenen nennt man in Norwegen Fjell.
Auf Entdeckungstour im Rondane-Fjell
Diese Fjells haben mich bereits auf meiner ersten Norwegenreise begeistert – und tun es bis heute. Ein Wanderparkplatz neben der Straße wird kurzerhand als Übernachtungsplatz auserkoren. Doch bevor ich es mir im Camper gemütlich mache, geht es zu Fuß auf Entdeckungstour. Unzählige kleine Trampelpfade führen über die weite Landschaft.
Hier oben ist der Herbst bereits weit fortgeschritten. Viel Grün gibt es nicht mehr, stattdessen dominieren Braun- und Erdtöne. Leuchtendes Islandmoos und einige tiefblaue Seen setzen farbliche Kontraste. Trotz – oder gerade wegen – dieser kargen Farben ist es wunderschön hier oben.
Nebel und Hochnebel im Fjell
Nebel statt Polarlichter
Am Abend ziehe ich mich in den Camper zurück. Laut Polarlicht-App steigen die Chancen auf Nordlichter mit jeder Stunde. Doch das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung. Nebel und Hochnebel ziehen auf und legen sich über das Fjell. Man kann eben nicht alles haben.
Entlang meiner Wanderroute
Der nächste Morgen beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Während ich im Camper sitze, beobachte ich, wie sich draußen langsam der Nebel auflöst und die Sonne zurückkehrt. Perfektes Timing für eine kleine Wanderung. Ein konkretes Ziel habe ich nicht – ich will mir einfach die Beine vertreten.
Wanderung - Der Sonne entgegen
So folge ich einem Schotterweg durch die weite Landschaft. Unterwegs treffe ich nur wenige Menschen und kann die Ruhe und Weite in vollen Zügen genießen. Etwa drei Stunden später bin ich wieder zurück am Camper.
Rondane Fjell
Nach einer kurzen Stärkung beschließe ich, der Landschaftsroute weiter zu folgen. Es geht wieder bergab und mit jedem Meter wird die Umgebung grüner. Gutes Wetter, kaum Verkehr und diese beeindruckende Landschaft machen schon die Fahrt selbst zum Highlight.
Sohlbergplassen
Aussichtspunkte entlang der Rondane-Route
Am Sohlbergplassen lege ich einen Zwischenstopp ein. Hier befindet sich eine Aussichtsplattform mit einem Blick, der fast unwirklich erscheint. See, Wälder und Berge fügen sich zu einem Panorama zusammen, das man kaum verlassen möchte. Ich bleibe eine ganze Weile und genieße einfach die Aussicht.
Kjøllen - Kunstwerk
Kjøllen
Kurze Zeit später sorgt ein unscheinbares Hinweisschild für den nächsten Halt: Kjøllen. Dieses Kunstwerk entfaltet seine volle Wirkung eigentlich erst aus der Luft. Der Parkplatz ist leer, ich habe den Ort ganz für mich allein. Also kommt die Drohne zum Einsatz. Doch statt nur das Kunstwerk zu filmen, faszinieren mich vor allem die Aufnahmen der umliegenden Landschaft. Der Blick auf das Rondane-Massiv ist absolut beeindruckend.
Rondane-Massiv
Ein weiteres Highlight auf dieser ohnehin schon beeindruckenden Strecke.
Zugang zum Rondane Nationalpark
Am Rand des Rondane-Nationalparks
Meinen nächsten Stopp lege ich in Strømbu ein. Hier starten viele Wanderungen in den Rondane-Nationalpark. Für eine größere Tour ist es heute allerdings schon zu spät, also beschränke ich mich auf einen kleinen Spaziergang rund um das Nationalparkzentrum. Die Hoffnung auf ein Eis aus dem Kiosk erfüllt sich leider nicht – dieser hat nur während der Hauptsaison geöffnet.
Fjellsyn Camping
Also mache ich mich auf die letzte Etappe des Tages. Folldal markiert das offizielle Ende der Landschaftsroute. Nach einem kurzen Einkauf im örtlichen Supermarkt – in dem ich endlich mein heiß ersehntes Eis finde – fahre ich zu einem nur wenige Kilometer entfernten Campingplatz.
Dort lasse ich den Tag ruhig ausklingen.
Wieder einmal zeigt sich: Manchmal sind es die spontanen Entscheidungen und das Wetter, die eine Reise in die richtige Richtung lenken.