Rückreise durch Nordspanien: Mehr Abenteuer als geplant

Eine Reise entlang der wilden Nordküste Spaniens: spektakuläre Klippen, einsame Bergstraßen, versteckte Stellplätze und unerwartete Herausforderungen. Zwischen Galicien, den Picos de Europa und den Pyrenäen beginnt langsam die Rückreise – doch sie wird alles andere als langweilig.
Ausblick an der Norwestküste Spaniens

Die letzten Kilometer an Spaniens Nordküste

Nach meinem Besuch am nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel wird mir langsam klar: Es ist Zeit, die Rückreise einzuleiten. Doch bevor es endgültig nach Hause geht, möchte ich die letzten Kilometer entlang der spanischen Nordküste erkunden.

Nördlich von Ferrol starte ich eine letzte Erkundungstour. Da es in der Region nur wenige Stellplätze oder geöffnete Campingplätze gibt, steuere ich erstmals einen Wanderparkplatz direkt an der Küste an – mit der Absicht, dort zu übernachten.

Der Platz ist traumhaft: hoch über der Felsenküste gelegen, mit einem fantastischen Blick aufs Meer. Perfekt auch als Ausgangspunkt für Wanderungen oder Radtouren. Allerdings ist er recht belebt – wirkliche Ruhe will nicht aufkommen.
Ausblick an der Norwestküste Spaniens

Enttäuschung in Cariño – aber eine spektakuläre Küstenstraße

Nach einem kurzen Spaziergang entscheide ich mich weiterzufahren. In Cariño, nur wenige Kilometer entfernt, soll es einen kostenlosen Stellplatz geben.

Vor Ort folgt die Ernüchterung: ein einfacher Parkplatz in eher heruntergekommener Umgebung, dazu blockiert durch gelagertes Baumaterial. Kein Ort, an dem man gerne übernachten möchte.

Doch die Anfahrt entschädigt vollkommen: Die Straße windet sich entlang der Küste immer höher hinauf und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die Steilküste. Zahlreiche Aussichtspunkte laden zum Anhalten ein – allein dafür hat sich der Abstecher gelohnt.
Freilaufende Pferde entlang der Küste

Ein pragmatischer Stellplatz für die Nacht

Am Ende finde ich meinen Stellplatz in einem unbebauten, aber erschlossenen Baugebiet. Geparkt wird am Straßenrand, sogar eine Ver- und Entsorgung ist vorhanden.

Nicht besonders schön – aber praktisch. Und da es bereits spät ist, genau das Richtige für eine Nacht.
Ab in die Berge

Ab in die Berge: Einsamkeit und Abenteuer

Am nächsten Morgen steht die Entscheidung fest: Es geht zurück Richtung Heimat – aber mit einem Abstecher ins spanische Hinterland.

Ich suche mir einen abgelegenen Stellplatz in den Bergen. Die Fahrt führt zunächst über gut ausgebaute Straßen, doch je weiter ich mich von der Küste entferne, desto leerer werden sie. Schließlich bin ich völlig allein unterwegs.

Auf einer Passhöhe mache ich Mittagspause, umgeben von Windrädern und immer wieder dichtem Nebel. Die Umgebung ist beeindruckend, aber auch etwas ungemütlich – also fahre ich weiter.
Einsamer und ruhiger Stellplatz in den Bergen

Herausforderung Bergstraße: Schlaglöcher und Abgründe

Die folgenden Kilometer haben es in sich: enge Straßen, tiefe Schlaglöcher und steile Abhänge. Auf der einen Seite geht es steil bergab, auf der anderen nahezu senkrecht nach oben.

Im Schritttempo und in Schlangenlinien taste ich mich voran. Die Strecke verlangt volle Konzentration – auch wenn die Landschaft eigentlich zum Genießen einlädt.
Landschaft rund um den Stellplatz

Ruhe in den Bergen: Ein perfekter Rückzugsort

Schließlich erreiche ich mein Ziel: ein Stellplatz mit fantastischer Aussicht, direkt neben einem kleinen Freizeitgelände mit Picknickplatz, Sportfeld und Freibad (noch geschlossen).

Die Nacht ist ruhig, der nächste Tag ebenso. Ich bleibe einfach vor Ort, erkunde die Umgebung zu Fuß und arbeite an einem neuen Projekt. Genau solche Orte machen das Reisen im Camper besonders.
Camping in Ribadesella

Camping in Ribadesella: Ostern am Meer

Zurück an der Küste zieht es mich auf einen Campingplatz – dringend benötigte Dusche inklusive.

Der Campingplatz in Ribadesella bietet alles: sogar ein Hallen- und Freibad. Doch wegen des Osterwochenendes ist er nahezu komplett ausgebucht.

Nach einer ausgiebigen Dusche geht es zu Fuß an die Promenade. Noch einmal das Meer genießen – bei angenehm warmen Temperaturen.
Stellplatz Sellañu

Die Picos de Europa und überlaufene Sehenswürdigkeiten

Am nächsten Morgen steht ein Einkauf an, bevor es weitergeht. Spontan gebe ich das Visitor Center der Picos de Europa ins Navi ein.

Was ich nicht bedacht habe: Die berühmten Covadonga-Sehenswürdigkeit liegen auf dem Weg – und sind völlig überlaufen. Parkplätze sind voll, die Weiterfahrt nur per Shuttlebus möglich.

Ich entscheide mich umzudrehen und suche stattdessen einen ruhigen Stellplatz im Tal von Sellañu.
Bergdorf in Spanien

Spontane Entdeckungstour in den Bergen

Nach etwas Ruhe packt mich die Neugier: Wohin führt diese Straße?

Ich folge ihr durch eine beeindruckende Schlucht, vorbei an kleinen Bergdörfern, hinein in eine spektakuläre Berglandschaft mit tiefen Tälern und teils schneebedeckten Gipfeln.

Am Ende wartet ein kleiner Parkplatz – perfekt für eine kurze Wanderung, bevor es zurückgeht.
Im Nebel liegt die gesperrte Straße

Straßensperrung und Rückweg zur Küste

Am nächsten Morgen wird klar, warum hier so wenig Verkehr ist: Die Straße ist im weiteren Verlauf gesperrt.

Also geht es zurück durch die Schlucht und schließlich wieder Richtung Autobahn.
Stellplatz bei Bilbau

Zwischenstopp bei Bilbao und Camping mit Aussicht

Bei Bilbao übernachte ich zunächst auf einem Stellplatz. Doch eine zusätzliche Nacht würde durch eine verpflichtende Versicherung deutlich teurer werden – ohne klare Infos dazu.

Ich entscheide mich weiterzufahren und finde einen Campingplatz mit fantastischer Aussicht. Die Zufahrt ist abenteuerlich (inklusive 23 % Steigung), aber der Platz überzeugt: freie Platzwahl, saubere Anlagen und Ruhe.
Eine so leere Autobahn hat man selten

Entscheidung an der Grenze: Pyrenäen oder Mittelmeer?

In der Nähe der französischen Grenze stehe ich vor der nächsten Entscheidung: denselben Rückweg wie auf der Anreise oder eine neue Route über die Pyrenäen Richtung Mittelmeer?

Ich entscheide mich für Letzteres.
Verlassenes Dorf

Richtung Pyrenäen: Einsame Straßen und neue Pläne

Vorbei an Pamplona geht es ostwärts. Der Verkehr nimmt stark ab, die Fahrt wird entspannt.

Ziel ist Aínsa – ein kleiner Ort mit historischem Charme. Unterwegs entdecke ich ein verlassenes Dorf, das für einen spannenden Zwischenstopp sorgt.

Der Stellplatz in Aínsa liegt direkt neben einer alten Festungsanlage und ist günstig. Die Ver- und Entsorgung ist nicht zu gebrauchen, aber insgesamt ist es ein ruhiger und angenehmer Ort.
Aínsa

Fazit: Eine Rückreise voller Highlights

Auch wenn die Rückreise begonnen hat, bleibt die Fahrt entlang der Nordküste Spaniens und durch die Berge ein echtes Abenteuer. Zwischen spektakulären Landschaften, einsamen Stellplätzen und spontanen Entdeckungen zeigt sich einmal mehr: Der Weg ist das Ziel.
Veröffentlicht: 10.04.2026
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