Ein Tag in der Wilhelma Stuttgart – Anreise, Eindrücke und mein persönliches Fazit

Mit dem Zug von Biberach nach Stuttgart, kleine Wanderung durch den Schlossgarten und ein Besuch in der Wilhelma: Mein persönlicher Erfahrungsbericht mit Eindrücken zwischen Faszination und Nachdenklichkeit.
Hauptbahnhof Stuttgart

Mit dem Zug von Biberach nach Stuttgart – eine überraschend entspannte Anreise

Mitte April 2026 bin ich einmal anders unterwegs – sowohl beim Ziel als auch bei der Wahl des Verkehrsmittels. Meinen Camper lasse ich nach etwa 25 km stehen und fahre mit dem Zug von Biberach an der Riß nach Stuttgart.

Meine bisherigen Erfahrungen mit der Bahn waren, sagen wir mal, eher abenteuerlich. Diesmal habe ich jedoch eine Direktverbindung, sodass zumindest Anschlussprobleme wegfallen. Einen festen Termin habe ich nicht, daher sehe ich auch mögliche Verspätungen gelassen.

Zu meiner Überraschung ist der Zug sowohl bei der Abfahrt als auch bei der Ankunft absolut pünktlich.
Hauptbahnhof Stuttgart

Die Strecke: Geislinger Steige und Stuttgart 21

Auch wenn ich kein regelmäßiger Bahnfahrer bin, haben Züge für mich seit jeher etwas Faszinierendes. Die Strecke bietet gleich zwei Besonderheiten:

Zum einen die Geislinger Steige – die 1850 eröffnete und bis heute steilste Normalspurstrecke Deutschlands. Für moderne Züge ist sie kein großes Hindernis mehr, besonders eindrucksvoll ist sie jedoch, wenn historische Dampfloks unterwegs sind – was heute leider selten geworden ist.

Zum anderen die Großbaustelle von Stuttgart 21. Irgendwann wird der alte Kopfbahnhof wohl vollständig Geschichte sein. Mit ihm dürfte auch das beeindruckende Gleisvorfeld verschwinden. Noch ist es jedoch nicht so weit.
Ruine im Schlossgarten

Zu Fuß durch den Schlossgarten zur Wilhelma

Der Stuttgarter Hauptbahnhof hat in den letzten Jahren sichtbar an Aufmerksamkeit was Pflege und Wartung angeht verloren – kein Wunder, sollte er doch längst ersetzt sein. Ich verlasse ihn zügig in Richtung Schlossgarten.

Durch die weitläufige Parkanlage laufe ich die rund 3,5 km bis zur Wilhelma entspannt zu Fuß. Zwar wären öffentliche Verkehrsmittel möglich gewesen, aber ich habe Zeit – und der frühlingshafte Schlossgarten ist den Weg definitiv wert.

Nach etwa 45 Minuten erreiche ich mein Ziel: den Stuttgarter Zoo – die Wilhelma.
Wilhelma

Erinnerungen an früher und erste Eindrücke

Während meiner Schulzeit war die Wilhelma ein beliebtes Ziel für Ausflüge. Seitdem war ich allerdings nicht mehr hier – über 30 Jahre ist das inzwischen her.

An Viel erinnere ich nicht mehr, daher entdecke ich den Zoo heute fast komplett neu.
Gehege der Dscheladas

Zwischen Hunger und ersten Tierbeobachtungen

Vorbei an den Pinguinen zieht es mich zunächst in eines der Restaurants. Es ist ein ruhiger Wochentag, keine Ferien, kein Feiertag – angenehm wenig Betrieb.

Gestärkt starte ich meine Runde durch Gewächshäuser und Insektenbereiche, bevor es weiter zu den großen Tieren geht: Affen, Löwen, Elefanten und Giraffen.

Ein erstes Gehege – unter anderem mit Dscheladas – hinterlässt jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Viel Beton, kein Grün, kein Schatten. Auch wenn das Gelände dem natürlichen Lebensraum nachempfunden sein soll, wirkt es auf mich sehr karg.
Geparden

Moderne Gehege und bessere Lebensräume

Mit gemischten Gefühlen gehe ich weiter. Die Raubkatzen scheinen deutlich besser untergebracht zu sein. Rückzugsorte sorgen dafür, dass die Tiere nicht ständig sichtbar sind – für Besucher manchmal schade, für die Tiere vermutlich deutlich angenehmer.

Je weiter ich komme, desto mehr moderne, größere und naturnähere Gehege entdecke ich. Hier hat sich in den letzten Jahren offensichtlich einiges getan.
Besonders faszinierend: Bonobos, die sich mit beeindruckender Leichtigkeit in luftiger Höhe bewegen.
Mammutwäldchen

Ruhige Ecken und kritische Eindrücke

Im Mammutwäldchen wird es ruhiger. Viele Besucher lassen diesen Bereich aus, doch gerade das macht ihn besonders angenehm. Die Mammutbäume sind zwar noch relativ jung, aber schon jetzt beeindruckend.

Weniger überzeugend wirkt dagegen das Gehege der Gänsegeier. Für die Anzahl der Tiere und ihre Spannweite erscheint es mir zu klein – erneut ein zwiespältiger Eindruck.
Bananenstaude mit Bananen

Maurischer Garten und exotische Pflanzen

Zum Abschluss besuche ich den Maurischen Garten und die Gewächshäuser. Besonders interessieren mich Ananas-, Kakao- und Bananenpflanzen.

Letztere versuche ich selbst immer wieder anzubauen – bislang mit überschaubarem Erfolg. Umso spannender ist es zu sehen, wie eine Bananenstaude mit echten Früchten aussieht.

Unter blühenden Magnolien lasse ich den Besuch schließlich ausklingen.
Maurischen Garten in der Wilhelma

Rückweg und Heimfahrt

Auch den Rückweg zum Bahnhof lege ich zu Fuß zurück – diesmal etwas langsamer als auf dem Hinweg.

Und natürlich wäre die Bahn nicht die Bahn, wenn der Rückzug nicht 20 Minuten Verspätung hätte. In diesem Fall passt es aber ganz gut – so bleibt noch Zeit für einen kleinen Imbiss.
Bär

Fazit: Lohnt sich ein Besuch in der Wilhelma Stuttgart?

Der Besuch in der Wilhelma weckte die ein- oder andere Kindheitserinnerung und war durchaus interessant. Auch wenn ich weiss das es ohne Zoos viele Tierarten heute nicht mehr gäbe und man sich im allgemeinen schwer tut Dinge zu beschützen und zu bewahren die man nicht kennt, hinterlässt der Besuch durchaus gemischte Gefühle. Immerhin scheint man daran zu arbeiten die Tiere bestmöglich unterzubringen und dabei auch in Kauf zu nehmen, dass man als Besucher das ein- oder andere Tier auch mal nicht zu Gesicht bekommt.
Veröffentlicht: 23.04.2026
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