Sächsische Schweiz Teil 1

22.06.2019
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Juni 2019, ich bin wiedereinmal unterwegs. Diesmal zieht es mich in Richtung Osten. Mein Ziel ist die Sächsische Schweiz an der Deutsch-Tschechischen Grenze.
Sächsische Schweiz Teil 1

Talsperre Pirk

Auf meinem Weg in die ca. 600 km entfernte Sächsische Schweiz, brauche ich nach einigen Stunden Autofahrt eine Pause. Durch Zufall fällt mir beim Verlassen der Autobahn ein Wegweiser zur Talsperre Pirk ins Auge. Kurzentschlossen folge ich dem Wegweiser und lande auf einem recht leeren Parkplatz eines Strandbades. Von hier aus führt ein schöner Wanderweg entlang des Sees zur Staumauer. Es tut gut sich hier für eine Stunde die Beine zu vertreten, bevor es auf die restlichen 200 km bis zu meinem eigentlichen Ziel dem Dorf Hinterhermsdorf in der Sächsischen Schweiz geht.
Talsperre Pirk

Hinterhermsdorf

Am Abend erreiche ich dann mein Ziel, Hinterhermsdorf bei Sebnitz, in der Nähe der Tschechischen Grenze. Am Wanderparkplatz Schindergrundweg will ich mir erst mal einen Überblick verschaffen.

Aussichtspunkt Lindigtblick

Nach dem Studium der Infotafeln und Wegweisern beschließe ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages noch für eine kleine Wanderung zu nutzen. Laut Wegweiser soll man von hier aus in 40 min den Aussichtspunkt Lindigtblick erreichen. Das sollte noch machbar sein bevor die Sonne untergeht denke ich mir und marschiere los. Um diese Uhrzeit bin ich praktisch alleine unterwegs und kann den Weg durch den Wald nach der langen Fahrt voll und Ganz genießen.
Weg zum Aussichtspunkt Lindigtblick
Auf den letzten Metern zum Aussichtpunkt kann ich im Wald immer mehr interessante Felsformationen entdecken. Die abgerundeten Felsen, die zahlreichen Blaubeersträucher und die hügeligige Landschaft erinnern mich dabei zunehmend an meinen Roadtrip im vergangenen Jahr in Schweden.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde erreiche ich schließlich den anvisierten Aussichtpunkt Lindigtblick, den ich um diese Uhrzeit ganz für mich alleine habe. Während mich mein Smartphone bereits in Tschechien begrüßt, lasse ich mich hier für einige Zeit auf einer Bank nieder und genieße die schöne Aussicht ins Kirnitzsch-Tal und hinüber nach Tschechien.

Dabei fallen mir die zahlreichen abgestorbenen Bäume auf. Wie ich später herausfinde wohl eine Folge des extrem trockenen Sommers 2018 in Verbindung mit einer Borkenkäferplage.
Ausblick Lindigtblick
Mit dem letzten Tageslicht kehre ich zu meinem Mini-Camper zurück. Es war ein langer anstrengender Tag. Also beschließe ich kurzerhand die Nacht hier zu verbringen und nicht noch lange nach einem anderen Platz zu suchen.

Kirnitzschklamm

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht bin ich bereits früh wieder auf den Beinen und folge von meinem Nachtlager aus einem ausgeschilderten Wanderweg zum Bootsanleger in der Kirnitzschklamm, die ich bereits vor 8 Uhr erreiche. Zu dieser Zeit liegen die Boote noch einsam und verlassen am Bootsanleger. Wer später kommt, könnte die Klamm auch mit einem dieser Boote durchfahren. Doch ich will nicht so lange warten und folge daher zu Fuß dem Weg durch die Klamm. In der engen Schlucht ist es angenehm kühl und um diese Zeit absolut ruhig. Genau so bin ich am liebsten unterwegs.
Weg in die Kirnitzschklamm
Ich folge der Klamm einige Zeit stromabwärts, bevor es in einem großen Bogen wieder zurück zum Minicamper geht. Die Sonne brennt schon ordentlich vom Himmel als ich diesen wieder erreiche.
In der Kirnitzschklamm

Gegend erkunden

Etwas planlos fahre ich nun einfach mal die Gegend erkunden. Immer wieder unterbreche ich meine Fahrt für einen kurzen Spaziergang oder um ein paar Fotos zu schießen. Doch die bei den steigenden Temperaturen ist es irgendwann Zeit für eine Abkühlung. Diese finde ich im kleinen aber sehr schönen Waldbad Cunnersdorf.
Entlang der Strecke

Hocksteinaussicht

Abgekühlt und frisch geduscht, geht es danach wieder weiter. Diesmal in Richtung Bastei. Ein Blick auf die Uhr bringt mich jedoch von meinem Vorhaben ab, noch die Bastei zu besuchen.
Ich habe noch keinen Platz für die Nacht und so begnüge ich mich mit einem kleinen Spaziergang zur Hocksteinaussicht, mit einer schönen Aussicht auf Hohnstein und in das darunter liegende Tal.
Blick von der Hocksteinaussicht auf Hohnstein

Suche nach einem Übernachtungsplatz

In dieser Nacht soll es auf einen Campingplatz gehen. Ich steuere mehrere davon an, doch um diese Zeit sind bereits alle belegt. Während ich darüber nachdenke den Platz vom Vortag nochmals auf zu suchen, lande ich dann im Touristikzentrum Sebnitz. Zwar hätte ich mir einen Campingplatz direkt am Nationalpark gewünscht, doch an diesem einfachen Stellplatz ist abgesehen von den alten Sanitäranlagen nichts auszusetzen. Er bietet sogar einen direkten Zugang zum zugehörigen Freibad.

Fazit

Der erste Eindruck der Sächsischen Schweiz ist schonmal sehr gut. Ein Paradies für Wanderer mit gut ausgeschilderten Wanderwegen aller Schwierigkeitsgrade. Im nächsten Teil besuche ich dann die Bastei, der wohl bekanntesten Sehenwürdigkeit in der Sächsischen Schweiz.