Roadtrip: Kurz mal nach Italien

02.11.2017
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Es ist der 20 April 2017, mein Mini-Camper ist endlich Einsatzbereit. Ich habe einige freie Tage, Zeit für einen ersten Test. Vom Allgäu geht es über die Schweiz nach Italien und über Österreich wieder zurück. Insgesamt eine Strecke von etwas mehr als 1.000 km, durch einige der schönsten Landschaften Europas. Lange habe ich mir überlegt die Tour zu verschieben, den nachdem in den letzten Wochen bereits frühlingshafte Temperaturen herrschten ist nun (da ich endlich die Gelegenheit habe meinen Mini-Camper zu testen) der Winter nochmals mit Schnee und Temperaturen von unter -5°C zurückgekehrt. Alles Andere als Optimal um die Nacht in einem Mini-Camper ohne Heizung zu verbringen. Ich hoffe allerdings auf höhere Temperaturen auf der Alpensüdseite in Italien.
Roadtrip: Kurz mal nach Italien
Abgesehen von den Temperaturen habe ich Glück, die Sonne scheint, wenig Verkehr und eine traumhafte Route, die mich zunächst über die San-Bernardino-Route durch die Schweiz nach Italien führt. Vorbei am Lago Maggiore, führt mich meine Route weiter nach Milano. Dort ist aber an entspanntes Fahren nicht mehr zu denken. Stau und Stop'n Go-Verkehr zehren an den Nerven und ich bin froh als ich die 2 größte Stadt Italiens hinter mir lassen kann.
San-Bernardino-Route / Schweiz
Weiter geht's zum Lago di Endine, in Traumhafter Umgebung, Sonne pur und Temperaturen um die 20 °C lege ich hier meinen ersten etwas längeren Zwischenstop ein. Nach einer Stärkung geht anschliessend weiter zu meinem Tagesziel, dem Lago d' Iseo.
Lago di Endine / Italien
Nach erreichen des Sees, mache ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht. Mit dem Ziel einen ruhigen Platz am See zu finden, mache ich mich auf die Suche. Die Gelegenheit einige Stellplatz-Apps auf dem Smartphone zu testen - park4night liefert auf den ersten Blick die meisten Ergebnisse.
Lago d' Iseo / Italien
Die beiden ersten Plätze die ich anfahre, liegt in einem kleinen Bergdorf etwas oberhalb des Sees, der erste davon ein offizieller Womo-Stellplatz (10?/Nacht) macht einen wenig einladenden Eindruck. Außerdem hoffe ich auf einen Platz mit einer Toilette. Der zweite Platz, befindet sich auf der anderen Seite des Orts. Ein Platz direkt neben einer Grillstelle. Eigentlich ein sehr schöner Platz und laut APP soll es am nahegelegenen Sportgelände eine öffentliche Toilette geben, doch die einzig ebene Stelle am Platz befindet sich direkt vor einer Einfahrt zu einem Gartengrundstück, die ich nicht versperren will. Also geht meine Suche weiter - Direkt am See soll es einen Campingplatz und einen Womo-Stellplatz geben. Ich steure zunächst den Womo-Platz an. Eine Schranke versperrt mir den Weg, ich finde zwar einen Automaten mit der Möglichkeit zur Bezahlung der 8 ?/12h, jedoch keine Möglichkeit die Schranke zu öffnen, also geht es weiter zum Campingplatz. Inzwischen ist es 20 Uhr und die Rezeption hat bereits geschlossen. Was also tun? Ich parke mein Auto an einem Parkplatz direkt am See. Leider ist dieser sehr stark belebt, kein Platz für die Nacht. Den letzten Rest des Tageslichts nutze ich um mir die Füsse entlang des Sees zu vertreten. Dabei entschliesse ich mich meine Fahrt weiter in Richtung Meran fort zu setzen und darauf zu hoffen das sich entlang der Strecke, außerhalb der Ortschaften ein Platz zum Übernachten findet.
Bergdorf in Italien
Es geht also weiter, und zwar immer weiter Bergauf, eine halbe Stunde geht das nun schon so und noch immer kein Übernachtungsplatz. Ich werfe wiedermal einen Blick in die Stellplatz-Apps. Etwa 30 km entfernt soll es einen Stellplatz geben, bis dahin will ich noch fahren. Derweil geht es immer noch bergauf.
Auf der Kurvenreichen Strecke komme ich nicht all zu schnell voran und allmählich macht sich Müdigkeit breit. Im Scheinwerferlicht entdecke ich einen Wanderparkplatz, ein paar Meter von der Straße entfernt. Mitten im Wald. Es ist inzwischen 21:30 Uhr, kurzentschlossen fahre ich auf den Parkplatz. Es ist eine Sternenklare Nacht, das könnte Kalt werden, immerhin zeigt mir mein Höhenmesser im Smartphone eine Höhe von etwas über 1400m an. Doch ich bin KO und beschliesse es zu versuchen. Einen warmen Schlafsack habe ich ja, und sollte es doch zu Kalt werden kann ich immer noch weiter fahren. Warm eingepackt begebe ich mir zur Ruhe.

Um 04:00 Uhr wache ich auf, mein Gesicht ist einskalt, beim versuch durch die Fenster nach draußen zu schauen, stelle ich fest das die Scheiben vereist sind. Draußen weht ein eisiger Wind, ich packe meine Sachen zusammen und fahre los, weiter bergauf. Das Auto erwärmt sich recht schnell. Trotzdem ist mir immer noch Kalt. Langsam wird es hell und ich bemerke wie wunderschön die Landschaft um mich herum ist. Einfach traumhaft, eigentlich die optimale Umgebung um eine Wandertour zu unternehmen, was ich auch getan hätte währe ich nicht immer noch durchgefroren und draußen nicht zu allem Überfluss noch dieser Eiskalte Wind wehen würde. Es ist kaum Verkehr und ich geniesse meine Fahrt im Schneckentempo. Immer wieder lege ich kurze Zwischenstopps ein und erreiche kurz nach 8 Uhr schliesslich Meran.

Therme Meran

Bereits vor Meran entdecke ich ein Hinweisschild mit der Aufschrift Therme. Kurzentschlossen steuere ich das Thermalbad an - Genau das richtige um aufzutauen. 2h für 13 Euro und 8 Euro Parkgebühr ist zwar kein Schnäppchen, aber das ist es mir wert. Das warme Thermalwasser verfehlt seinen Zweck nicht, als ich das Bad verlasse ist mir endlich nicht mehr kalt.

Eisenbahnwelt Südtirol

Weiter gehts in Richtung Reschenpass. Doch bevor es hinauf zum Pass geht, besuche ich noch die Eisenbahnwelt Südtirol. Dieses besteht aus zwei wunderschön gestalteten Modellbahnanlagen, eine davon zeigt die Highlights aus Südtirol, die andere eine Mittelgebirgslandschaft.
Eisenbahnwelt Südtirol

Reschenpass

Weiter geht's über den Reschenpass nach Österreich. Doch bevor es über die Grenze geht unternehme ich noch eine kleine Wanderung am Stausee und besuche das Wahrzeichen des Reschenpasses. Den Kirchtum der Ortschaft Graun. Diese mußte dem Bau des Stausees weichen, lediglich der Kirchturm blieb erhalten.
Kirchturm am Reschenpass

Arlbergpass

Auf dem Rückweg kann ich der Versuchung nicht Wiederstehen - Es geht nochmal hoch hinaus. Genauer gesagt geht es über den Arlbergpass, der sich tief verschneit präsentiert. Nach einem letzten Zwischenstopp auf der Passhöhe geht es anschliessend auf die Autobahn in Richtung Deutschland - zurück nach Hause.

Spätwinter am Arlbergpass

Fazit

Trotz der beschiedenen Temperaturen und der etwas chaotischen Nacht war es ein wunderschöner Roadtrip, bei dem ich mein Fahrzeug einmal richtig testen konnte. Einige Kleinigkeiten muss ich noch optimieren, ich werde z.B. mein Gepäck etwas anders packen, den Stellplatz für die Nacht früher suchen und nehme in Zukunft einen Heizlüfter mit :-)